Informationen und Fakten über Lamas - ein kleines Lamakunde - Lexikon

 

Injektionen und Kuren: Impfplan

Diese Zusammenstellung wurde aufgrund von jahrelanger Lamazucht und Gesprächen mit Fachleuten aufgeschrieben. Sie ersetzt weder den Tierarzt, noch erhebt sie Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß keine Gewähr und keine Haftung übernommen wird. Es handelt sich lediglich um eine grobe Orientierung, die jedoch fallspezifisch und ortsbezogen angepaßt werden muß. Ich empfehle ausdrücklich die Konsultation mit dem ansässigen Tierarzt und die Weiterbildung durch einschlägige Lektüre. Auch die Sachkundekurse bieten genügend Informationen (siehe NWK und AELAS).

Wurmkur
Hier empfehle ich eine Kotprobe vorher und nachher. Am besten ins Labor nach München schicken (kostet pro Probe ca. 9€) und anhand der Ergebnisse die Präparate selektieren. Sammelproben sind auch in Ordnung.
Sollte aus einem unerfindlichen Grund die Kotanalyse nicht möglich sein, kann nur vorbeugend gespritzt werden. Eine Garantie ist nicht möglich. Ich habe aber bei mir damit ganz gute Erfahrungen gemacht:
Ivermectin (auch Ivomec genannt), doppelte Rinderdosis. Bei einem ausgewachsenen Lama von ca. 120+ kg sind das ca. 6 ml. Es wird halbjährlich (Frühling und Herbst) gespritzt und man kann/sollte die Präparate wechseln. Eine andere Möglichkeit ist Dectomax (wird vor allem bei Alpakas verwendet) oder Panacur oder .....
Selen-Spritze
Vitaselen. Dosis bei einem erwachsenen großen Lama: 5 ml
Bei einem neugeborenen Lama spritzt man 2 ml innerhalb der ersten 8 Tage. Abstufungen gewichtsbezogen. Ein Jährling bekommt je nach Größe und Entwicklung 3 oder 4 ml.
Chlostridien
Covexin-8 (5 ml) bzw. noch besser: Covexin-10 (2 ml), Bravoxin (1 ml)
jährliche Immunisierung nach Grundimmunisierung, bei Stuten 1 Monat vor dem Abfohlen
Blauzunge
je nach Region bitte mit Tierarzt absprechen und die aktuellen Nachrichten diesbezüglich verfolgen
Registratur-Chip
Spätestens beim Absetzen einen Chip in die linke Schulter vom Tierarzt setzen lassen.
Die Chips können von verschiedenen Quellen bezogen werden (ich persönlich empfehle diese hier). Ich empfehle auch gleich eine Eintragung in das entsprechende Register (ich registriere und chippe meine Lamas relativ zeitig). LAREU ist kostenlos und artenübergreifend bei Neuweltkameliden. Zusätzlich kann man Lamas noch bei dem jeweiligen Landesverband und Alpakas beim AVZD registrieren.
Tetanus
Je nach Gebiet - in einigen Gegenden kommt es einfach nicht vor. Mit dem ansässigen Tierarzt sprechen. Sollte man mit den Tieren wandern gehen, ist es auf jedenfall vorteilhafter, die Immunisierung zu injektieren. Tetanus ist fast immer bei der Chlostridienimpfung dabei und muß nicht extra verabreicht werden.
Tollwut
Je nach Gebiet und Nutzung der Tiere. Wenn man viel durch gefährdetes Gebiet mit ihnen geht (auch mal den ansässigen Förster fragen) sollte man zumindest mal die Anlaufstelle für eine eventuell notwendige Injektion kennen.

In Bezug auf andere Injektionen und Dosierungen sind für Kameliden noch keine eindeutigen Bestimmungen erlassen worden. Man kann sich ungefähr nach folgender Tabelle orientieren, was die Diagnose und die Behandlung bei Lamas angeht:

Magen
wie bei Rind, bei Wurmkur doppelte Rinderdosis

Sollte eine Sedation (Ruhigstellung) notwendig sein, kann entweder eine Paste oder eine Spritze gegeben werden. Dies ist keine Narkose! Es dient lediglich dazu, sehr panische Tiere vorübergehend ein wenig ruhigzustellen, ohne sie jedoch in Schlaf zu versetzen. Die Tiere sind wach und spüren auch alles. Sie können sich auch noch bewegen. Ich habe bei einem meiner (großen) Tiere gute Erfahrungen mit ..., 2 ml gemacht (war notwendig aufgrund einer sehr schmerzhaften Fußverletzung des Tieres). Bitte nicht bei Schwangerschaft anwenden.

Bei Narkose (z.B. Kastration):

 


copyright: www.longwhiteclouds.co.nz/species.php

Neuweltkameliden sind Schwielensohler (Tylopoda) und gehören damit zur Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla). Fussknochen © Anita Selig-Smith, 2009Metatarsus ist der Mittelfuß, der sich zwischen Fußwurzel und Zehen befindet. Dritter und vierter Mittelfußknochen sind zusammengewachsen und trennen sich wieder am unteren Ende zu einem Paar. Daher der Name Paarhufer. Neuweltkameliden haben im Laufe der Zeit die erste, zweite und fünfte Zehe zurückgebildet. Sie laufen im Prinzip nur noch auf der 3. und 4. Zehe.
Jede dieser Zehen besteht aus 3 Knochen, die man im veterinärmedizinischen auch als Phalangen (Singular: Phalanx) bezeichnet. Der Einfachheit halber nummeriert man sie. P3 hat einen Zehennagel. Dies ist mit dem menschlichen Fingernagel oder dem Huf beim Pferd zu vergleichen. P2 und P3 trägt hauptsächlich das Gewicht des Tieres.
Das stoßdämpfende Zehenkissen besteht größtenteils aus Gewebe, Nerven, Gefäßen und Fett.
Zwischen den Zehen gibt es einen Bereich mit Drüsen, den Interdigitaldrüsen.
Die Fußsohle besteht aus einer sehr strapazierfähigen Lederhaut. Trotzdem können spitze Steinchen, Nägel, Glas, usw. erhebliche Schäden zufügen. Daher sollte ein lahmendes Lama oder Alpaka immer auf eventuell eingetretene Fremdkörper untersucht werden. Auch können sich Fremdkörper (spitze, kleine Steinchen o.ä.) zwischen Zehennagel und lebendigem Gewebe einnisten und müssen vorsichtig entfernt werden. Eventuell dabei auftretende leichte Blutungen können mit Blauspray (CTC-BLAUSPRAY®) behandelt werden.

 

Zusätzliche Informationen auch zum korrekten Nagelschneiden:

http://www.shagbarkridge.com/info/feet.html

 

gewerbliche Haltung von Neuweltkameliden
 

Landwirtschaft:
Lamas: GV=0,1
Alpakas: GVE=0,08
In der Landwirtschaft wurden Lamas und Alpakas am 20.06.1996 als landwirtschaftliche Nutztiere im Sinne des §51 BeWG eingestuft. Es bedarf (bisher) von dieser Seite keiner besonderen Genehmigung. Aber:

 
Tierschutz:
Für die gewerbliche Haltung von Neuweltkameliden (es zählt hier alles, was in irgendeiner Weise Einkommen ermöglicht), ist eine Genehmigung nach §11 Abs.1 Nr. 3a TierSchG erforderlich. Zum Erlangen dieser Sachkunde muß ein Kurs mit einer schriftlichen (bestandenen) Prüfung abgelegt werden. Sowohl AELAS als auch der Verein der Halter und Freunde von NKWs bietet solche Kurse mehrmals jährlich an.

 

Tierschutz:
Für die gewerbliche Haltung von Neuweltkameliden (es zählt hier alles, was in irgendeiner Weise Einkommen ermöglicht), ist eine Genehmigung nach §11 Abs.1 Nr. 3a TierSchG erforderlich. Zum Erlangen dieser Sachkunde muß ein Kurs mit einer schriftlichen (bestandenen) Prüfung abgelegt werden. Sowohl AELAS als auch der Verein der Halter und Freunde von NKWs bietet solche Kurse mehrmals jährlich an.
Änderungen
Die Gesetze für Neuweltkameliden sind einer ständigen Erweiterung und dadurch auch Änderungen unterworfen. Es wird versucht, die Seite hier relativ aktuell zu halten, was Bestimmungen für die Haltung angeht. Hinweise werden gern engegengenommen.

 

Anita Selig-Smith - Zadik-Lamas, Disclaimer

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Lexikon: Impfplan für Neuweltkameliden